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Humberto Ocaña Caballero

Bilderausstellung «Spuren der Geschichte»

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Wann
  • 28.04.2020 bis 29.08.2020
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Wo

Der Burgerspittel, Viererfeldweg 7, 3012 Bern

Roy Lichtenstein hat gesagt: «Kunst ist das, was uns täglich umgibt.» Auch die Gesichter des kubanischen Alltags können sich dieser Wahrheit nicht entziehen. Mitten in der Misere einer absurden, aber konkreten Realität zeigt der Alltag in Kuba eine Fülle an Nuancen, an Ausdrücken, sichtbar in der Lust, den Augenblick zu leben, an der Dynamik des Lebens, die sich in jedem Gesicht spiegelt, ungeachtet der unterschiedlichen Ideologien, Glauben und Wahrheiten.

Wenn man an Kuba denkt, dann sind das meist die klassischen Bilder eines sonnigen Landes, an Strände, alte Autos, die entgegen aller Erwartungen immer noch fahrtüchtig sind, gute Zigarren, Che Guevara, die Musik von Compay Segundo im Buena Vista Social Club, lächelnde Mulattinnen, die immer glücklich zu sein scheinen. Bilder für Touristen, Postkartenidyllen. Aber die Gesichter Kubas sind viel mehr als das, sie sind Schmerz, Widerstand und Resignation.

«Spuren der Geschichte» sind kubanische Gesichter, allegorische Symbole eines Landes, das die Konsequenzen einer subtilen und zerstörerischen Diktatur erleidet. Vor Fremden gut versteckt, unsichtbar gemacht oder verkleidet, zeigt sich eine Gesellschaft, die geprägt von den Verletzungen ihrer Vergangenheit an den Narben ihrer Gegenwart leidet.

Kontakt
Humberto Ocaña Caballero, Lic. Historia del Arte
Master of Arts BFH in Contemporary Arts Practice
humberto.ocana@bluewin.ch │ M 077 408 59 58

Porträt
Humberto Ocaña ist in Santiago de Cuba, im Oriente von Kuba geboren und aufgewachsen. Schon früh fängt er an zu zeichnen, soweit das im sozialistischen Kuba möglich ist. Zeichenmaterial, Papier, Stifte, alles ist rar und nur schwierig zu erhalten. Und Künstler müssen sich an die revolutionären Vorgaben halten. Zudem kann nicht einfach jeder ein Künstler sein, nur die vom Staat anerkannten dürfen in den staatlichen Läden Material einkaufen und anderswo gibt es solches kaum oder nur zu Schwarzmarktpreisen, die er nie bezahlen könnte.
Nach der Schule macht er eine Ausbildung an der Handwerklichen Mittelschule, Politécnico de Artesanía von Santiago de Cuba. Später folgt die Ausbildung zum Kunsthistoriker an der Universidad del Oriente in Santiago. Schon während des Studiums nimmt er an Wettbewerben und Festivals teil und gewinnt gleich zweimal den 1. Preis am Festival der bildenden Künste (Diploma de Oro en Artes Plásticas). Auch diverse Ausstellungen in Santiago fallen in diese Zeit. Nach Abschluss des Studiums folgt eine Anstellung als Museologe und Kunstvermittler im Museo de Ambiente Histórico Cubano (Casa de Diego Velasquez) in Santiago.
Die Techniken, die er zum Zeichnen und Malen nutzt, hat er sich als Autodidakt selbst angeeignet. Seit er in der Schweiz lebt, hat er dieses Selbststudium intensiviert. Die Möglichkeiten die sich ihm hier bieten sind unvergleichlich grösser und besser. Die Vielfalt an Material, an Büchern und Informationen im Internet sind für ihn eine wahre Schatzgrube, er fühlt sich wie im Schlaraffenland.
Jeden Tag kritzelt, übt, skizziert, liest er, probiert aus, immer wieder, unterschiedlichste Techniken, Materialien.
Das Neue fasziniert, doch immer noch ist die alte Heimat präsent. Kuba ist ein Land, das einen nicht einfach loslässt. Schon gar nicht, wenn man dort aufgewachsen ist. Zu gross sind die Unterschiede zu Europa, zur Schweiz, zum Überfluss, zwischen revolutionärem Zwang und Freiheit - sei es im Denken, sprechen oder im künstlerischen Ausdruck. Die erste Zeit malt er mit Angst, Angst davor, dass der Arm der kubanischen Revolution weit reicht, ihn auch in der Schweiz überwachen könnte. Zu viel Kritik am System, an der Politik kann gefährlich sein. Diese Vorsicht, mit der alle Kubaner gelernt haben zu leben, ist in Fleisch und Blut übergegangen und lässt sich nicht einfach abstreifen.
Im Juli 2019 schliesst Humberto Ocaña erfolgreich den Master of Arts in Contemporary Arts Practice an der Hochschule der Künste in Bern ab.
Die ersten Ausstellungen in der Schweiz sind erfolgreich, machen Mut, mehr und Neues zu wagen, Schritt für Schritt einen eigenen Weg zu gehen und die Freiheiten zu nutzen, die sich hier bieten und gleichzeitig ein Weg, den Menschen hier in der Schweiz eine Seite von Kuba zu zeigen, die man sonst kaum kennt. Eine, die auf keiner Postkarte zu finden ist.

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